Hans Kammerlander

Er ist wohl der berühmteste Bürger der Urlaubsgemeinde Sand in Taufers: Hans Kammerlander. Die Bergsteigerlegende aus der kleinen Bergfraktion Ahornach ist weit über die Landesgrenzen hinaus, für seine herausragenden sportlichen Leistungen bekannt. In den Bergen des Naturparks Rieserferner- Ahrn hat der Bergsteiger wohl die besten Voraussetzungen für seine spätere Karriere gefunden.

Hans Kammerlander wurde als sechstes Kind einer Bergbauernfamilie in Ahornach geboren und wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf. Bereits mit acht Jahren bestieg der Bub seinen ersten Berg, den Großen Moosstock (3059 m). Heimlich folgte er einem Touristenpaar bis hoch zum Gipfel, erst dort wurden die Wanderer auf den heimlichen Verfolger aufmerksam. Das besondere Erlebnis und der grandiose Ausblick prägten den Buben damals vermutlich grundlegend.

Mit nur 15 Jahren brach Kammerlander zu waghalsigen alpinen Unternehmungen auf und ging dabei auch so manches unkontrollierbares Risiko ein, bis Kammerlanders älterer Bruder Alois ihn zu einem Kletterkurs anmeldete. Gemeinsam mit Alois bezwang der junge Kletterer die Nordwände von Langkofel und Peitlerkofel. Durch die harte Arbeit am Bergbauernhof, unzählige Klettertouren und Bergläufe erarbeitete sich Kammerlander eine außergewöhnliche Kondition, ohne die seine spätere Karriere nie möglich gewesen wäre.

Mit 21 Jahren legte Kammerlander die staatliche Prüfung zum Bergführer und Skilehrer ab und arbeitete fortan in der Alpinschule Südtirol von Reinhold Messner. Schon zu dieser Zeit machte er mit zahlreichen Erstbegehungen auf sich aufmerksam. Allein in den Alpen sind dem Extrembergsteiger 50 Erstbegehungen bis zum 6. Schwierigkeitsgrad gelungen. International bekannt und zur Bergsteigerlegende wurde Kammerlander jedoch mit den Besteigungen von 12 der 14 Achttausender im Himalaya und Karakorum, gemeinsam mit Reinhold Messner. Als erster Mensch überhaupt fuhr Kammerlander mit den Skiern vom Nanga Parbat und vom Mount Everest ab. Auch mit der Besteigung der Seven Second Summits, der sieben zweithöchsten Gipfel der Kontinente fand Kammerlander, der auch heute noch in Ahornach wohnt, besondere internationale Beachtung.